Mittwoch – 16. September 2026
15. SONNTAG NACH TRINITATIS
Irdische Güter
Vesper / Abendgebet



Psalm 139 A IV
Herr, Du hast mich erforscht, *
und Du hast mich erkannt.
Ob ich sitze oder stehe, Du weißt es; *
Du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ob ich gehe oder liege, Du prüfst es, *
mit all meinen Wegen bist Du vertraut.
Ja, kein Wort ist auf meiner Zunge, *
das Du, Herr, nicht schon kenntest.
Von allen Seiten umgibst Du mich *
und legst auf mich Deine Hand.
Zu wunderbar ist mir diese Erkenntnis, *
zu hoch – ich kann es nicht begreifen. (+)
Wohin soll ich gehen vor Deinem Geist, *
wohin fliehen vor Deinem Angesicht?
Stieg' ich zum Himmel empor, bist Du da; *
bettete mich bei den Toten – auch da bist Du.
Nähme ich der Morgenröte Flügel, *
ließe mich nieder am äußersten Meer,
so führte auch dort mich Deine Hand *
und fasste mich Deine Rechte.
Spräche ich: „Finsternis soll mich decken, *
wie Nacht sei das Licht um mich her”:
Finsternis wäre nicht finster vor Dir, *
die Nacht leuchtete wie der Tag. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.



Psalm 51 B IV
Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht, *
und nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir!
Erfreue mich wieder mit Deiner Hilfe, *
und rüste mich aus mit einem willigen Geist!
Dann will ich die Frevler Deine Wege lehren, *
damit die Sünder umkehren zu Dir.
Befrei mich von Blutschuld, Herr,
Du Gott meines Heils, *
dass meine Zunge Deine Gerechtigkeit rühme.
Herr, tu meine Lippen auf, *
dass mein Mund Deinen Ruhm verkünde.
Denn an Schlachtopfern
hast Du nicht Gefallen, *
wenn ich Brandopfer brächte,
so möchtest Du es nicht.
Das Opfer für Gott,
das ist ein zerbrochener Geist, / ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz: – *
o Gott, das wirst Du nicht verachten.
Erweise in Deiner Gnade Zion Gutes, *
baue die Mauern Jerusalems auf. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.



Psalm 37 A II
Ereifre dich nicht über die Bösen, *
zürne nicht denen, die Unrecht tun.
Denn wie Gras verdorren sie schnell, *
verwelken wie grünes Kraut.
Vertrau dem Herrn und tu das Gute, *
wohne im Land und bewahre die Treue.
Hab deine Lust am Herrn, *
was dein Herz wünscht, wird Er dir geben.
Befiehl dem Herrn deinen Weg *
und vertrau auf Ihn, Er wird es tun.
Er läßt deine Wahrheit aufgehn wie das Licht,*
dein Recht wie die Helle des Mittags. (+)
Der Herr festigt die Schritte des Mannes, *
und hat Gefallen an seinem Weg.
Kommt er zu Fall, so stürzt er nicht, *
denn der Herr stützt seine Hand.
Ich war jung – und jetzt bin ich alt, / sah nie den Gerechten verlassen, *
auch nicht seine Kinder betteln um Brot.
Alle Tage ist er barmherzig und leiht, *
seine Nachkommen werden zum Segen. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

(Pred 4,(4-7)8-12)[Ich sah alles Mühen an und alles geschickte Tun. Da ist nur Neid des einen auf den andern. Das ist auch eitel und Haschen nach Wind. Ein Tor legt die Hände ineinander und verzehrt sein eigenes Fleisch. Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind. Wiederum sah ich Eitles unter der Sonne:]
Da ist einer, der steht allein und hat weder Kind noch Bruder, doch ist seiner Mühe kein Ende, und seine Augen können nicht genug Reichtum sehen. Für wen mühe ich mich denn und gönne mir selber nichts Gutes? Das ist auch eitel und eine böse Mühe. So ist's ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Auch, wenn zwei beieinanderliegen, wärmen sie sich; wie kann ein Einzelner warm werden? Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei. (Pred 4,(4-7)8-12)


Guter König und Herr, der uns das Licht erschuf,
der dem Wechsel der Zeit sichere Ordnung gab, –
da die Sonne nun sinkt und sich das Dunkel mehrt,
sei uns Leuchte und Licht, Christus, Dein Angesicht.
Wie Du Israels Volk einst durch die Nacht geführt,
ihm als feuriger Schein Richtung und Weg gezeigt,
so geleite auch uns, die wir im Finstern gehn,
zieh uns leuchtend voran, Flamme, die nie erlischt.
Was kann würdiger sein nun, da der Tag sich neigt,
als dem währenden Licht Lob und Gesang zu weihn:
Gott, der strahlend im Glanz ewiger Helle wohnt,
Ihm sei Ehre und Preis jetzt und durch alle Zeit. Amen.
Ꝟ Unser Abendgebet steige auf zu dir, Herr,
℞ und es senke sich herab auf uns dein Erbarmen.


Magnificat III
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
mein Geist freut sich über Gott, meinen Heiland;
denn die Niedrigkeit Seiner Magd hat Er angesehn, *
siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn Er hat Großes an mir getan, der da mächtig ist, *
und Sein Name ist heilig.
Sein Erbarmen währt von Geschlecht zu Geschlecht *
bei denen, die Ihn fürchten. (+)
Mit Seinem Arm wirkt Er gewaltige Taten *
und zerstreut, deren Herz voll Hochmut ist.
Von ihrem Thron stößt Er die Mächtigen *
und erhebt die Niedrigen.
Die da hungrig sind, füllt Er mit Gütern, *
und die Reichen lässt Er leer ausgehn.
Er nimmt sich Seines Dieners Israel an *
und denkt an Sein Erbarmen.
Wie Er geredet hat zu unsern Vätern, *
Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Herr, wir danken Dir in dieser Abendstunde, dass Du uns Kraft gegeben hast zu unserer Arbeit und uns trägst mit Deinem Erbarmen. Wir bitten Dich: Wandle in Segen, was uns ängstigt und beschwert. Wir rufen:
Gott, zeige Dein Erbarmen.
Wie die Früchte des Feldes gedeihen unter Sonne, Wind und Wolken, lass auch uns reifen für Deine Ernte. Dein sind wir im Licht und im Dunkel der Zeit. Du segnest unsern Ausgang und Eingang in Ewigkeit. Wir rufen:
Gott, zeige Dein Erbarmen.
Wir bitten Dich für die Familien in unserer Gemeinde und für die Alleinlebenden. Verbinde uns in gegenseitiger Liebe und Achtung. Walte mit Deinem Segen in Häusern, Schulen und Arbeitsstätten und erwecke Dir treue Diener und Bekenner in allen Lebensbereichen. Wir rufen:
Gott, zeige Dein Erbarmen.
Wir bitten Dich für das Leben und die Zukunft unseres Volkes, für seine Freiheit und seinen Frieden. Gib den Regierenden Weisheit und Kraft, dass sie ihr Amt führen Dir zum Wohlgefallen und uns zum Segen. Erhalte den Frieden unter den Völkern, bewahre uns und alle Welt vor Krieg und Blutvergießen. Wir rufen:
Gott, zeige Dein Erbarmen.
Überwinde, was uns trennt. Wehre allen, die Zwietracht säen. Wecke in uns den Mut zur Wahrheit und den Sinn für Gerechtigkeit. Stärke unsere Bereitschaft, einander zu dienen. Schaffe unter uns ein Volk zu Deinem Eigentum. Wir rufen:
Gott, zeige Dein Erbarmen.
Stilles Gebet
Gott, Du beschützt alle, die auf Dich hoffen. Ohne Dich wird nichts wieder heil und ist nichts heilig. Führe uns in Deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
Lasst uns den Herren preisen!
Gott sei ewig Dank.
Es segne und behüte uns Gott,
der Allmächtige und Barmherzige,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen.