Samstag – 28. Dezember 2025

TAG DER UNSCHULDIGEN KINDER

In Gott geborgen
Sext / Mittagsgebet
INGRESSUS
Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
HYMNUS
Noten

Warum, ihr Mütter, klaget ihr
und gebt euch ganz dem Schmerze hin?
Die Kinder, die ihr laut beweint,
sind in den Frieden heimgekehrt.

Ein König gab in Furcht und Wahn
den Blutbefehl zu ihrem Mord.
Ein andrer König führt sie sanft
zum Spiele in Sein goldnes Haus.

Herr Jesus, Dir sei Ruhm und Preis,
dem wahren König dieser Welt,
dem Vater und dem Geiste Lob
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
PSALMGEBET
Festpsalm
Antiphon


Psalmton-Noten


Psalm 8 VII
Herr, unser Herrscher, *
wie herrlich ist Dein Name in allen Landen!
Ausgebreitet ist Deine Hoheit *
über die Himmel hin!
Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge *
hast eine Macht Du begründet,
Deinen Gegnern zum Trotz: *
zum Schweigen zu bringen
den Feind und den Rächer.
Seh ich die Himmel, das Werk Deiner Finger, *
den Mond und die Sterne, die Du bereitet hast:
Was ist der Mensch,
dass Du seiner gedenkst, *
des Menschen Kind,
dass Du Dich seiner annimmst?
Du hast ihn wenig geringer gemacht als Gott *
und hast ihn gekrönt mit Ehre und Herrlichkeit.
Du lässt ihn herrschen
über Deiner Hände Werk. *
alles hast Du ihm unter die Füße gelegt:
Schafe und Rinder allzumal. *
und auch die Tiere des Feldes,
die Vögel am Himmel und die Fische im Meer *
und was durch die Weiten
der Meere dahinzieht.
Herr, unser Herrscher, *
wie herrlich ist Dein Name in allen Landen. +
Antiphon


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Antiphon



VITA
Die Unschuldigen Kinder
Matthäus berichtet uns den Kindermord in Bethlehem durch Herodes den Älteren. Er ließ nach der Überlieferung auch Zacharias im Tempel ermorden und - bereits vom Tode gezeichnet - zahlreiche Mitglieder des Sanhedrin und seine eigenen Verwandten hinrichten. Nach dem Matthäus-Evangelium kehrte Josef mit Maria und Jesus nach dem Tod des Herodes aus Ägypten zurück. Die Überlieferung, Herodes sei bei lebendigem Leib von Würmern zerfressen worden, könnte aus Apg. 12, 23 übernommen worden sein. Hier handelt es sich aber um einen anderen Herodes, nämlich Herodes Agrippa.
»Die kirchliche Überlieferung hat die unschuldig gemordeten Kinder von Bethlehem, weil sie um Christi willen ihr Leben verloren haben, als die ersten Märtyrer gefeiert und hat mit großer Kühnheit ein Wort aus dem 8. Psalm („Aus dem Munde der Unmündigen und Kinder hast Du Dir Lob bereitet.”) auf sie angewendet und also nicht nur aus den begeisterten Huldigungsrufen der Kinder (Matth. 21, 16), sondern auch aus dem Sterben der kleinen „Märtyrer” und der Weheklage ihrer Mütter die Stimme des Lobpreises vernommen. Was auf Erden unter Blutvergießen und Tränen geschieht, kann durch den Blick, der ins Verborgene sieht, verwandelt sein in einen Lobgesang, der den wunderbaren und rätselhaften Gott verherrlicht.« (Wilhelm Stählin).


Reinhard Hedinger   * 7.9.1664   † 28.12.1704
Johann Reinhard Hedinger wurde 1664 in Stuttgart geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule kam er 1677 auf die evangelische Klosterschule in Hirsau. Zwei Jahre später wechselte er zur Klosterschule in Bebenhausen. Er studierte in Tübingen Theologie, Philosophie und Geschichte, wobei sein Schwerpunkt auf der Theologie lag. 1684 wurde er Erzieher des Prinzen und Reise- und Feldprediger des Herzogs. Nach zehn Jahren wurde ihm die Professur für Natur- und Völkerrecht an der Gießener Universität übergeben. 1696 promovierte er und wurde 1699 Hofprediger und Konsistorialrat in Stuttgart. In den letzten Jahren seines Lebens stellte er sich unerschrocken gegen die SIttenlosigkeit und Korruption am Hof und damit mehr als einmal dem Herzog in den Weg. Dieser wollte ihn eines Tages wegen der öffentlichen Demütigungen in seine Schranken weisen. Als Hedinger, so erzählt man sich, den Audienzraum betrat, sah er einen erschrocken blickenden Herzog vor sich. Erst nach einer Zeit des Schweigens fragte der Herzog den Hofprediger, warum er nicht allein gekommen wäre. Hedinger widersprach zunächst, um dann, nachdem der Herzog auf seiner Beobachtung beharrte, zu sagen: „Sollte es dem großen Gott gefallen haben, mir einen Engel als Leibwächter an die Seite zu stellen, so weiß ichs nicht.” (Jörg Erb, Geduld und Glaube der Heiligen, S. 436) Er starb am 28. Dezember 1704.
KURZLESUNG
Wochenspruch:
Der Tod Seiner Heiligen wiegt schwer
vor dem Herrn. Dir will ich
Dank opfern und des Herrn Namen anrufen. (Ps 116,15.17)


Lesung:
Groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. (1. Tim 3,16)
RESPONSORIUM
Responsorium
KYRIE - VATERUNSER
Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
ANBETUNG - ANGELUS
Wir loben Deine göttliche Macht und Herrlichkeit: den Vater, der alle Dinge schafft von Ewigkeit zu Ewigkeit; den Sohn, unseren Heiland und Erlöser; den Heiligen Geist, unseren Helfer und Tröster. Wir loben Dich, dass Du den Erdkreis richtest mit Gerechtigkeit; wir loben Dich, dass Du auf uns wartest mit Deiner Ewigkeit; wir loben Dich: Du wirst vollenden, was Du angefangen hast. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.

STILLE (drei Glockenschläge)

Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.

STILLE (drei Glockenschläge)

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.

STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
SEGEN
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper

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