Freitag – 6. November 2026
22. SONNTAG NACH TRINITATIS
In Gottes Schuld
Sext / Mittagsgebet


Der Tag strebt seiner Höhe zu,
der Mittag ruft uns zum Gebet:
wir loben Gott und bitten Ihn
um Segen für den heil'gen Dienst.
Es leuchtet uns die Stunde auf,
da Jesus Christus, Gottes Sohn,
als Opferlamm am Kreuz erhöht,
zu unserm Heil sich dargebracht.
O wahre Sonne dieser Welt,
vor Dir verblasst des Mittags Schein;
die Schöpfung ist durch Dich erlöst
und strahlt verklärt in Deinem Licht.
Den ew'gen Vater preisen wir
und Jesus Christus, Seinen Sohn,
den Beistand auch, den Heil'gen Geist,
der uns erleuchtet, stärkt und führt. Amen.


Psalm 13 IV
Wie lange noch willst Du mich vergessen, Herr? *
wie lange noch verbirgst Du Dein Antlitz vor mir?
Wie lange noch muss ich mich sorgen in meiner Seele, / Kummer tragen in meinem Herzen Tag für Tag, *
wie lange noch erhebt sich über mich mein Feind?
Schau her, gib mir Antwort, Herr, mein Gott, *
erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tod entschlafe!
Dass mein Feind nicht sage: / „Ich hab ihn überwältigt”, *
meine Gegner sich nicht freuen, dass ich wanke.
Ich aber traue auf Deine Gnade, *
mein Herz freut sich Deiner Hilfe.
Dem Herrn will ich singen, *
denn Er hat mir Gutes getan! +


Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Heinrich Schütz * 8.10.1585 † 6.11.1672
Der Gastwirtssohn Heinrich Schütz wurde 1585 in Köstritz geboren. 1599 wurde sein musikalisches Talent entdeckt und durch die Förderung des hessischen Landgrafen zum Sänger ausgebildet. Er konnte die Kasseler Hofschule besuchen und studierte ab 1607 Jura in Marburg. Er lernte auch Orgel und Komposition. 1609 erhielt er ein Stipendium des hessischen Landgrafen, das ihm vier Lehrjahre bei dem venezianischen Organisten Gabrieli ermöglichte. Danach wirkte er zunächst als Organist in Kassel. Eine Reise in sein Vaterland Sachsen brachte ihm den Posten des Hofkapellmeisters in Dresden. In den ersten Jahren führte sein Wechsel zu diplomatischen Streitereinen zwischen dem Landgrafen und den sächsischen Kurfürsten. Schütz konnte sein Amt bis 1660 ausüben. Oft, insbesondere während des dreißigjährigen Krieges, lebte er in bitterer Armut, da die Gehälter nicht ausgezahlt wurden. Sein letztes Lebensjahrzehnt verbrachte Schütz in seinem Elternhaus in Weißenfels. Hier komponierte er seine großen Passionen, das doppelchörige Magnificat und andere Werke. Schütz war der größte Kirchenkomponist vor Johann Sebastian Bach. Vor allem seine Vertonungen des Beckerschen Psalters haben Eingang in die evangelischen Gesangbücher gefunden. In das EG wurden sechs Kompositionen von Schütz aufgenommen, darunter drei mehrstimmige Sätze. Schütz starb am 6. November 1672 in Dresden.
Gustav Adolf * 9.12.1594 † 6.11.1632
Gustav II. Adolf stammte aus der Familie der Wasa und trat das Königtum über Schweden im Jahr 1611 (17-jährig) an. Er gab den unterschiedlichen Ständen durch Reichsrat und Reichstag mehr Mitsprachemöglichkeiten und förderte außerdem die lutherische Prägung der Gesellschaft. Zudem war für ihn Bildung eine Aufgabe des Staates, weswegen er die Errichtung von Bildungsstätten genauso unterstützte wie deren Unterhalt. Die Universität Uppsala machte er durch umfangreiche Schenkungen wirtschaftlich unabhängig. Als sich die kaiserlichen Truppen auch gegen Schweden wandten, sah sich Gustav Adolf gezwungen, seine Truppen zu mobilisieren. Dabei ging es ihm nicht allein um seinen Thron, denn den hätte er sich bei einer Rückkehr zur römischen Kirche durchaus sichern können, sondern auch um die Wahrung des lutherischen Glaubens, der in Deutschland in arge Bedrängnis geraten war. Im September 1631 schlug er Tillys Heer bei Breitenfeld und wendete so das Blatt. Nachdem er lange mit seinen Truppen erfolgreich durch das Land gezogen war, ereilte ihn im November 1632 in der Schlacht bei Lützen der Tod. Sein Leichnam wurde ein gutes halbes Jahr später nach Schweden überführt und in der Stockholmer Riddarholmskyrkan beigesetzt.
Bei Dir ist die Vergebung,
dass man Dich fürchte. (Ps 130,4)
Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl Er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und Sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. (Hebr 12,1b-2)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Ehre sei Dir, Herr, und Lob und Dank; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst. Wir bitten Dich: Lehre uns Deinen Prüfungen stille halten; lehre uns an Deiner Liebe nie irre werden; lehre uns verstehen, was zu unserem Frieden dient. Lass uns wachsen und reifen in Deiner Erkenntnis; lass uns hören, wenn Du mit uns redest; lass uns in allem Leid Deine Hand festhalten. Herr, hilf uns, dass wir uns Deinem Willen völlig beugen; Herr, hilf uns, dass wir uns Deinem Willen dankbar beugen; Herr, hilf uns, dass wir Dich auch in Trübsal und Not preisen. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
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