Freitag – 1. November 2025
GEDENKTAG DER HEILIGEN
Wolke der Zeugen
Sext / Mittagsgebet
Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet,
um ihn zu rufen, alles zu verlassen,
Sein Kreuz zu tragen und in Seiner Kirche
für Ihn zu wirken.
Bei ihm ist Christus stärkt ihn in der Wüste,
schenkt ihm durch Leiden Anteil an der Freude.
Und seine Brüder spüren Christi Liebe
in seiner Nähe.
Durch Seine Jünger spricht zu uns der Meister,
ruft uns zur Umkehr, spendet Licht und Hoffnung.
In ihren Taten wird die Botschaft Christi
für uns lebendig.
Vater im Himmel, heilig ist Dein Name,
Dein Reich wird kommen, das Dein Sohn verheißen.
Hilf uns, im Geiste Ihm den Weg bereiten
als Deine Boten. Amen.


Psalm 92 VI
Wie köstlich ist es, dem Herrn zu danken, *
Deinem Namen, Du Höchster, zu singen,
kundzutun Deine Gnade am Morgen *
und in der Nacht Deine Treue
zur zehnsaitigen Laute, zur Zither, *
zum rauschenden Klang der Harfe!
Denn Du machst mich
mit Deinen Taten froh, *
rühmen will ich das Werk Deiner Hände. (+)
Herr, wie sind Deine Werke so groß, *
wie tief sind Deine Gedanken.
Ein Törichter glaubt es nicht, *
ein Narr begreift es nicht.
Grünen die Frevler wie Gras, /
blühen alle, die Böses tun, *
werden sie doch vertilgt für immer.
Du aber, Herr, bist der Höchste, *
Du bleibst in Ewigkeit. (+)
Der Gerechte grünt wie ein Palmbaum, *
er wächst wie eine Zeder des Libanon.
Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, *
blühen in den Vorhöfen unsres Gottes.
Noch im Alter tragen sie Frucht *
und bleiben voll Kraft und Frische,
verkünden: Gerecht ist der Herr, *
mein Fels – kein Unrecht ist an Ihm. +

Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Gedenken aller Heiligen
Johannes Chrysostomus erwähnt die Feier eines Allerheiligenfestes am Oktavtag des Pfingstfestes. Dieser „Herrentag aller Heiligen” wurde eingeführt, um auch der Heiligen und Märtyrer zu gedenken, deren Namen nicht überliefert waren, und um keinen zu vergessen. In der orthodoxen Kirche liegt dieses Fest weiterhin in der Zeit nach Pfingsten. In der westlichen Kirche wurde das Fest von Bonifatius IV. um 610 auf den 13. Mai, den Weihetag der Kirche Sancta Maria ad Martyres, gelegt. Gregor III. hat dann den 1. November für Rom als Termin bestimmt. Seit Gregor IV. (um 840) wurde Allerheiligen in der ganzen westlichen Kirche am 1. November begangen. Dieser neue Termin wurde wohl von irischen Mönchen nach Rom gebracht. In Irland war der 1. November Jahresanfang und Winterbeginn. Am Vorabend des Festes (All Hallows' Eve - Aller Heiligen Abend) hat sich ein umfangreiches vorchristliches Brauchtum bewahrt, das in den USA mit weiteren Bräuchen (z. B. aus der Karibik) angereichert wurde und von hier wieder in die ganze Welt exportiert wurde. Mit den christlichen Festen Allerheiligen und Allerseelen hat das heutige Halloween kaum noch Verbindungen.
Erhard Schnepff * 1.11.1495 † 1.11.1558
Erhard Schnepff war Sohn eines Uhrmachers und wurde am 1. November 1495 in Heilbronn geboren. Ab 1509 studierte er in Erfurt und wechselte 1511 nach Heidelberg. Nachdem er den Magister Artium erworben hatte, begann er, nachdem er für kurze Zeit Jura studiert hatte, ein Theologiestudium, das er 1518 abschloss. Er nahm an der Heidelberger Dispuation mit Martin Luther im Jahr 1518 teil, woraufhin er sich der Reformation anschloss. Er wurde Pfarrer in Neckarmühlbach und führte 1525/26 die Reformation in Weilburg durch. 1528 wurde er Professor an der neuen Universität Marburg, kehrte aber 1534 nach Württemberg zurück, um dort auf Wunsch des Herzogs die Reformation zusammen mit Ambrosius Blarer durchzuführen. Gegen Schnepps Widerstand wurde von Blarer ein Bilderverbot erwirkt, wodurch viele Kunstwerke zerstört wurden. Schnepff nahm an vielen Religionsgesprächen teil und vertrat dabei die lutherische Lehre. 1544 wurde er nach der Promotion Professor an der Universität Tübingen. 1548 wurde er entlassen, da er das Augsburger Interim nicht akzeptieren wollte. Er zog nach Jena, wo er als Pfarrer und Lehrer tätig war. 1557 wurde er Rektor der Hohen Schule in Jena, die wenig später die Rechte einer Universität erhielt. Er starb ein Jahr später an seinem 63. Geburtstag.
So seid ihr nun nicht mehr Gäste
und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen
und Gottes Hausgenossen. (Eph 2,19)
Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch Seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat Ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte Er uns mit Ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Röm 8,31b-35.37-39)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Ehre sei Dir, Herr, und Lob und Dank; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst. Wir bitten Dich: Lehre uns Deinen Prüfungen stille halten; lehre uns an Deiner Liebe nie irre werden; lehre uns verstehen, was zu unserem Frieden dient. Lass uns wachsen und reifen in Deiner Erkenntnis; lass uns hören, wenn Du mit uns redest; lass uns in allem Leid Deine Hand festhalten. Herr, hilf uns, dass wir uns Deinem Willen völlig beugen; Herr, hilf uns, dass wir uns Deinem Willen dankbar beugen; Herr, hilf uns, dass wir Dich auch in Trübsal und Not preisen. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
Anregungen, Fehler bitte an Martin(Punkt)Senftleben(at)michaelsbruderschaft(Punkt)de
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