Donnerstag – 17. September 2026
15. SONNTAG NACH TRINITATIS
Irdische Güter
Sext / Mittagsgebet


Der Mittag kommt, Gott, sei uns nah;
wir halten inne zum Gebet.
Dich suchen wir, der Raum und Zeit
mit seiner Ewigkeit umfängt.
Dein Bund besteht, Gott, Du bist treu:
Bewahrung zeigt Dein Bogen an.
Durch Weisung segnest Du Dein Volk.
Versöhnung künden Brot und Wein.
Schenk Frieden, Gott, im Streit der Welt.
Lass Ruhe finden, die bedrängt.
Zeig gnädig uns Dein Angesicht
als Schöpfer, Retter, Tröstergeist. Amen.


Psalm 111 VIII
Danken will ich dem Herrn von ganzem Herzen *
im Kreis der Getreuen, in der Gemeinde.
Groß sind die Taten des Herrn, *
allen erfahrbar, die sich daran freun.
Hoheit und Pracht ist Sein Tun, *
Seine Gerechtigkeit besteht auf ewig.
Er hat ein Gedächtnis gestiftet Seiner Wunder, *
gnädig und barmherzig ist der Herr.
Speise gab Er denen, die Ihn fürchten, *
Er gedenkt Seines Bundes auf ewig.
Die Macht Seiner Taten machte Er kund Seinem Volk, *
ihnen zu geben das Erbe der Heiden.
Die Werke Seiner Hände sind Treue und Recht, *
verlässlich sind all Seine Gebote,
sie stehen fest für immer und ewig, *
geschaffen in Treue und Redlichkeit.
Erlösung sandte Er Seinem Volk, / Er hat Seinen Bund bestimmt auf ewig. *
Heilig und furchtgebietend ist Sein Name.
Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit, / einsichtig sind alle, die danach tun. *
Sein Ruhm bleibt bestehen für immer. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Hildegard von Bingen * um 1098 † 17.9.1179
Hildegard, zehntes Kind einer adeligen Familie, wurde 1098 nahe Alzey geboren. Ihr genauer Geburtstag wie auch ihr Geburtsort sind nicht bekannt. Mit acht Jahren gaben ihre Eltern Hildegard gemeinsam mit Jutta von Sponheim als Oblatin in ein Kloster. Mit vierzehn Jahren ging sie mit Jutta und einer dritten Gefährtin als Inklusin in das Benediktinerkloster Disibodenberg. Hier legte sie ihre Profess als Benediktierin ab und wurde 1136 nach dem Tode Juttas zur Magisterin der von Jutta gegründeten Mädchenschule gewählt. Sie leitete ihre Gemeinschaft nicht nach den strengen Regeln der Benediktiner und berief sich dabei auf Visionen, die ihr geschenkt wurden. 1141 begann sie ihre mystischen Erfahrungen wie ihre theologischen und anthropologischen Gedanken niederzuschreiben. 1147 erhielt sie vom Papst die Erlaubnis, ihre Visionen zu veröffentlichen. Danach trennte sie sich von den Benediktinern von Disibodenberg und gründete das Kloster Rupertsberg in Bingen. Als erste deutsche Mystikerin des Mittelalters stand sie zeitlebens in Auseinandersetzungen wegen ihrer Lehre und ihrer selbstbewussten charismatischen Lebensweise. Sie erlangte eine hohe Bekanntheit und der Zulauf zu ihrem Kloster war so hoch, dass sie 1165 ein Tochterkloster in Eibingen bei Rüdesheim gründete. Hildegard von Bingen starb am 17. September 1179 in ihrem Kloster. Dass der Name Hildegard von Bingen heute hauptsächlich mit der Naturheilkunde verbunden wird, mag das Ergebnis des Versuchs sein, ihre theologischen Erkenntnisse und Fähigkeiten herunterzuspielen.
Johann Heinrich Bullinger * 18.7.1504 † 17.9.1575
Heinrich Bullinger wurde 1504 als eines von fünf Kindern eines römisch-katholischen Priesters gleichen Namens geboren. Sein Vater wandte sich 1529 der Reformation zu und legalisierte daraufhin die Verbindung mit Anna Wiederkehr, der Mutter Bullingers. Bullinger war ein sehr begabtes Kind und studierte an der Kölner Universität, wo er mit den reformatorischen Schriften in Kontakt kam und schließlich selbst das reformatorische Bekenntnis annahm. 19-jährig wurde er Lehrer im Zisterzienserkloster Kappel am Albis und verfasste zahlreiche Schriften. Neben den regulären Schülern nahmen auch der Abt und die Mönche des Klosters an seinem Unterricht teil. 1528 begleitete er Zwingli zur Berner Disputation, woraufhin nicht allein die Stadt Bern, sondern auch das Zisterzienserkloster Kappel die reformatorische Lehre annahm. 1529 heiratete er Anna Adlischwyler, mit der er insgesamt 11 Kinder zeugte. 1531 musste er mit seiner Familie nach Zürich fliehen, wo er zum Nachfolger Zwinglis am Grossmünster gewählt wurde. Er nahm sich protestantischer Flüchtlinge an, die später bei ihrer Rückkehr seine Schriften in der Heimat verbreiteten. Mit Calvin verfasste er den Consensus Tigurinus, wodurch eine Spaltung zwischen Zwinglianern und Calvinisten verhindert wurde. 1565 starben seine Frau und drei Töchter an der Pest. Er selbst starb am 17. September 1575.*
All eure Sorge werft auf ihn;
denn er sorgt für Euch. (1. Petr 5,7)
zum Tag der Hildegard von Bingen:
Wir reden, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die Ihn lieben.« Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes. (1. Kor 2,9-10)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Herr, wir danken Dir für die Macht Deiner Offenbarung. Du sammelst Dein Volk aus aller Welt Enden. Du kommst zu allen Zeiten und bist König und Herr. Du brichst allen Widerstand und baust Deine Kirche. Herr, wir bitten Dich: Lass Deine ganze Christenheit vereinigt werden; bringe zusammen, die Du gerufen und Dir erwählt hast; zerbrich die Mauern, die uns trennen, und wehre allen, die Unfrieden stiften. Herr, wir bitten Dich: Lass vereinigt werden alle, die Dich anbeten, den einen Gott. Herr, wir bitten Dich: Es komme der Tag, da eine Herde und ein Hirte ist. Du tust Wunder und richtest alles zu Deinen Zielen aus. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
Anregungen, Fehler bitte an DrMartinus[at]tagzeitengebete[Punkt]de
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