Sonntag – 16. August 2026
11. SONNTAG NACH TRINITATIS
Pharisäer und Zöllner
Sext / Mittagsgebet


Du Geist, der unser Beistand ist,
eins mit dem Vater und dem Sohn:
Komm jetzt herab in Deiner Huld,
ergieße Dich in unsre Brust.
Mit Mund und Herz, mit Sinn und Geist,
Gott, dich bekenne unser Lob.
Der Liebe Feuer flamme auf,
die Glut entzünde jedes Herz.
Dies schenk uns, Vater voller Macht,
durch Jesus Christus, unsern Herrn,
der mit dem Geiste und mit Dir
regiert in alle Ewigkeit. Amen.


Psalm 150 VII
Lobt Gott in Seinem Heiligtum, *
lobt Ihn in der Feste Seiner Macht!
Lobt Ihn für Seine mächtigen Taten, *
lobt Ihn in Seiner großen Herrlichkeit!
Lobt Ihn mit dem Schall der Posaunen, *
lobt Ihn mit Psalter und Harfen!
Lobt Ihn mit Pauken und Reigen, *
lobt Ihn mit Saiten und Pfeifen!
Lobt Ihn mit klingenden Zimbeln, *
lobt Ihn mit klirrenden Zimbeln!+


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Johann der Beständige * 30.6.1468 † 16.8.1532
Johann, vierter Sohn des Kurfürsten Ernst von Sachsen, wurde 1468 in Meißen geboren und am Hof seines Verwandten, des Kaisers Friedrich III., erzogen. Er studierte Kriegswissenschaften und wurde mit 18 Jahren Mitregent seines Bruders Friedrich des Weisen in Kursachsen. Die Brüder vereinbarten eine Aufteilung der Verantwortungsbereiche, was dazu führte, dass sich Johann in Weimar niederließ. Nach außen hin war die Aufteilung nicht erkennbar, Johann und Friedrich wirkten als gemeinsame Regenten im gesamten Fürstentum und fällten keine Entscheidung ohne den Rat des anderen. Nachdem Friedrich 1525 gestorben war, wurde Johann Kurfürst und alleiniger Herrscher in Kursachsen.
Johann war ein aufrichtiger Anhänger der Reformation. Immer wieder trat er bei seinem Bruder für Martin Luther ein. Als man ihn nach Friedrichs Tod dazu bringen wollte, dem „Dessauer Bündnis gegen die verdammte lutherische Sekte” beizutreten, bekannte er sich am 15. September 1525 zur lutherischen Lehre. Im Zuge dieses Bekenntnisses verbündete er sich mit dem gleichgesinnten Landgrafen Philipp von Hessen. Schnell erweiterte sich das Bündnis, so dass Johann Sprecher und Führer der evangelischen Partei wurde.
Seit dem Reichstag zu Speyer 1526 trat er für die Evangelischen auf den Reichstagen auf. 1527 wurde die Lutherische Landeskirche in Sachsen gegründet, und Kurfürst Johann wurde zum ersten Landesbischof der neuen Kirche ernannt. Auf dem Reichstag 1530 in Augsburg widersprach er den Juristen, die das Augsburger Bekenntnis nur von den Theologen unterzeichnen lassen wollten, um die Fürsten zu schützen. „Ich will meinen Christus auch bekennen“ entgegnete er ihnen und unterzeichnete als erster das Augsburger Bekenntnis. Ohne sein entschiedenes Eintreten wäre das Bekenntnis vielleicht gar nicht unterzeichnet worden.
1531 schloss er den Schmalkaldischen Bund, dem neben Philipp von Hessen noch Braunschweig, Anhalt, Mansfeld und einige weitere Herzogtümer und Städte anschlossen. Dieses Bündnis führte dazu, dass der Kaiser von einer gewaltsamen Erzwingung der Rückkehr zur römisch-katholischen Kirche absah und anstelle dessen den Religionsfrieden von Nürnberg 1532 schloss.
Kurz nach diesem Erfolg erlitt Johann der Beständige auf Schloss Schweinitz einen Schlaganfall, an dessen Folgen er, kurz nachdem Martin Luther dort angelangt war, am 16. August 1532 starb. Er wurde in der Schlosskirche zu Wittenberg beigesetzt, wobei Luther die Leichenpredigt hielt.
Leonhard Kaiser * um 1480 † 16.8.1527
Leonhard Kaiser wurde in Raab bei Schärding geboren und hatte angesehene und wohlhabende Eltern. Er studierte ab 1502 in Leipzig Theologie. 1517 wurde er als Vikar in Waizenkirchen in Oberösterreich eingesetzt. Früh hatte er Zugang zu Luthers Schriften und fand darin die Bestätigung dessen, was ihn schon lange bewegte: dass die Werke nicht dazu taugten, die Gnade Gottes zu erlangen, sondern allein der Glaube. Diese Überzeugung drang zunehmend in seinen Predigten durch, und immer mehr Menschen wurden davon angezogen. Das führte aber auch dazu, dass die Einnahmen der Lehensherren schrumpften, weswegen diese ihn 1524 anklagten.
Es war die Zeit, als die bayrischen Herzöge gerade die Einrichtung von Ketzergerichten angeordnet und das Lesen lutherischer Schriften verboten hatten. Kaiser wurde also verhaftet und widerrief nach einigen Tagen strenger Haft, so dass er wieder zum Dienst in Waizenkirchen entlassen wurde.
Doch sein Gewissen plagte ihn. Er hätte, so dachte er, das Martyrium auf sich nehmen müssen, aber zugleich wusste er, dass er dazu zu schwach war. Also reiste er nach Wittenberg, wo er durch Martin Luther gestärkt und im protestantischen Glauben gefestigt wurde.
1527 erreichte ihn die Nachricht, dass sein Vater todkrank sei. Ohne lange zu überlegen, machte er sich auf, um bei seinem Vater zu sein. Es ist gut möglich, dass er dem Vater noch die letzte Wegzehrung gereicht hatte, bevor dieser kurz nach seiner Ankunft starb.
Für Kaiser waren die Strapazen der Reise, verbunden mit der tiefen Trauer um seinen Vater, so belastend, dass er länger als gedacht im Vaterhaus blieb, um sich zu erholen. Der Pfarrer von Raab zeigte ihn an, und im März 1527 wurde Leonhard Kaiser erneut gefangen genommen. Dieses Mal ließ er sich aber nicht zum Widerruf bewegen. Vielmehr nutzte er jede Gelegenheit, seinen Anklägern die Wahrheit des Evangeliums vorzuhalten. Ein Brief Martin Luthers stärkte ihn genauso wie die Möglichkeit, nachts mit Freunden durch das Fenster Gedanken auszutauschen. Der Kurfürst von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg legten Fürsprache für ihn ein, jedoch ohne Erfolg. Das Urteil war schon beschlossen und wurde schließlich am 18. Juli 1527 im öffentlichen Verfahren verlesen. Er wurde seiner priesterlichen Würde entkleidet und dem weltlichen Gericht überantwortet. Dieses vollstreckte am 16. August 1527 auf einer Insel im Inn das Todesurteil. Leonhard Kaiser wurde in der Nähe von Scherding verbrannt.
Martin Luther verfasste daraufhin die Schrift »Leonhard Kaiser in Bayern, um des Evangeliums willen verbrannt, eine selige Geschichte« und wies im Vorwort alle Christen an, Gott für solches Beispiel des beständigen Glaubens zu danken.
Gott widersteht den Hochmütigen,
aber den Demütigen gibt Er Gnade. (1. Petr 5,5b)
Selig sind, die da geistlich arm sind;
denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen;
denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen;
denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet
nach der Gerechtigkeit;
denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen;
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind;
denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen;
denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der
Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
denn ihrer ist das Himmelreich. (Mt 5,3-10)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Herr, Dein Thron ist
Glanz und Schönheit. Dein Walten ist Herrlichkeit. Deine Liebe geht auf über uns wie die Sonne am Mittag. Der Friede des ewigen Tages ist um Dich wie ein Kleid. Klarheit und Stärke sind das Tun Deiner Hände und Güte der Atem Deines Mundes. Wir loben Dich, Gott. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, wollest Du uns gießen in Herz und Sinn. Aus des Engels Munde lass uns des inne werden, dass Dein Sohn Jesus Christus hat angenommen unser Fleisch und Blut, auf dass wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung gelangen. Durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
Anregungen, Fehler bitte an DrMartinus[at]tagzeitengebete[Punkt]de
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