Mittwoch – 5. August 2026

9. SONNTAG NACH TRINITATIS

Anvertraute Gaben
Sext / Mittagsgebet
INGRESSUS
Ingressus Laudes

HYMNUS
Noten

Du Grund der Welt, Du Lebensmacht,
Du Anfang, Mitte, letztes Ziel.
Was auch geschieht, Du setzt Dein Maß,
dass alles uns zum Besten dient.

Du bist der Halt im Strom der Zeit.
Gib unserm Leben Deinen Sinn.
Es kommt von Dir, geht hin zu Dir,
lass uns in Dir geborgen sein.

Lob sei Dir, Vater, und Dir, Sohn,
und Dir, dem schöpferischen Geist.
Schon jetzt sei mit uns auf dem Weg.
Vollende uns in Ewigkeit. Amen.
PSALMGEBET
Stundenpsalm
Antiphon
Text der Antiphon: Gerecht ist der HERR auf all seinen Wegen, gnädig in all seinen Werken

Psalmton-Noten


Psalm 145 B I
Treu ist der Herr in all Seinen Worten, *
gnädig in all Seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
alle, die gebeugt sind, richtet Er auf.
Aller Augen warten auf Dich, *
Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.
Du tust Deine Hand auf *
und sättigst alles, was lebt, mit Wohltat.
Antiphon
Text der Antiphon: Gerecht ist der HERR auf all seinen Wegen, gnädig in all seinen Werken

Psalmton-Noten


Der Herr ist nahe allen, die Ihn rufen, *
allen, die Ihn rufen in Treue.
Den Willen derer, die Ihn fürchten, tut Er, *
Er hört ihr Schreien und rettet sie.
Der Herr behütet alle, die Ihn lieben, *
alle Frevler aber vertilgt Er.
Mein Mund verkünde das Lob des Herrn! / Alles Fleisch preise Seinen heiligen Namen *
für immer und ewig. +
Antiphon
Text der Antiphon: Gerecht ist der HERR auf all seinen Wegen, gnädig in all seinen Werken

Psalmton-Noten


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Antiphon
Text der Antiphon: Gerecht ist der HERR auf all seinen Wegen, gnädig in all seinen Werken


VITA
Franz Härter   * 1.8.1797   † 5.8.1874
Franz Härter wurde als Sohn eines Konditors 1797 in Straßburg geboren. Als Jugendlicher musste er seinem Vater in der Backstube helfen. Er konnte aber das Gymnasium besuchen und wurde von seinem Vater zum Studium der Theologie getrieben, weil dieser auf eine stabile Alterssicherung durch seinen Sohn hoffte. Allerdings starb der Vater 1819, als Franz gerade sein Examen ablegte.
1820 wurde Härter krank. Während der Kur in Bad Hub lernte er Henriette Elise Kampmann kennen, mit der er sich verlobte. Nach seiner Genesung wirkte er zunächst als Lehrer in Straßburg, um dann an verschiedenen Orten seine Studien fortzusetzen.
1823 wurde ihm nach der Ordination die Pfarrstelle in Ittenheim übertragen. Nun konnte er Elise Kampmann auch heiraten. Seine Frau sorgte für Härters Großmutter und kümmerte sich ansonsten um kranke Frauen in der Gemeinde. Junge Frauen unterrichtete sie im Handarbeiten. Währenddessen setzte sich Härter für eine Verbesserung des Schulwesens ein und forderte seine Gemeinde zu einer Lebensweise auf, die den Anfordernissen der christlichen Botschaft entspricht. Dabei orientierte er sich an Oberlin, indem er Elemente der Aufklärung und der Erweckungsbewegung miteinander verband. Der Gottesdienstbesuch nahm zu. 1828 erlitt Härter einen Schicksalsschlag durch den Tod seiner Frau, wovon er sich nur langsam erholte. Nun wurde ihm das Evangelium mehr und mehr zur Kraftquelle. Er selbst sprach in einer Leichenpredigt, die er für sich selbst verfasste, von seiner Neugeburt.
1829 wurde Härter als Pfarrer an die Neue Kirche in Straßburg berufen, an der Johannes Tauler gepredigt hatte. 1830 heiratete er eine Jugendfreundin seiner verstorbenen Frau, Friederike Dorothea Rausch. Aus der ersten Ehe hatte er zwei Kinder. Nun kamen noch drei weitere hinzu, wobei das erste Kind allerdings kurz nach der Geburt starb.
Nach langem inneren Kampf, wohl auch wegen der generell rationalistisch geprägten Kirchenleitung, verkündete er an Trinitatis 1831 seiner Gemeinde, dass er zur Überzeugung gelangt sei, der Mensch werde allein durch Jesus Christus erlöst. Der Widerspruch blieb nicht aus, wobei wohl seine Beliebtheit in Straßburg drastische Schritte gegen ihn verhinderte. Auch bei den strengen Lutheranern, die wie nun auch er den Rationalismus ablehnten, stiess Härter auf heftigen Widerspruch, da er die pietistische Erweckungsbewegung unterstützte, Bibelstunden abhielt und ein praktisches Christentum lebte und lehrte.
Er war aktiv in verschiedenen Vereinen. Dazu war er im Vorstand der Neuhof-Anstalt, die mehrere Schulen betrieb.
1834 gründete er selbst die „Straßburger Evangelische Gesellschaft”, Die neu erbaute Chapelle wurde zum Versammlungsort. Weiter war er Gründungsmitglied der Straßburger Missionsgesellschaft und Mitglied der „Gesellschaft der Freunde Israels”. Viele weitere Vereinsgründungen gingen aus seiner Arbeit hervor, die einerseits der Verbreitung des Evangeliums, andererseits der Hilfe an notleidenden Menschen dienten. Der sogenannte Armendienerinnen-Verein erweckte dadurch Aufsehen, dass die ehrenamtlich darin arbeitenden Frauen dort, wo sie armen Menschen zur Seite standen, auch das Evangelium verkündigten durch Bibelarbeit und Gebet. Da man dies zu der Zeit noch als alleinige Aufgabe der Pfarrer ansah, wurde der Verein auch angefeindet. Härter aber blieb bei seiner Einstellung, dass Armenpflege auch die Verkündigung des Evangeliums beinhalte, und ermutigte die Frauen in diesem Dienst, ihre diakonische und geistliche Aufgabe weiter wahrzunehmen.
1839 besuchte Härter das Kaiserswerther Diakonissenhaus. Danach begann er, in Straßburg eine ähnliche Arbeit aufzubauen, und weihte im Dezember die ersten zehn Frauen zu Diakonissen. Allerdings ließ er sich mehr von den römischen Vinzentinerinnen inspirieren, die in Straßburg die Armenpflege betrieben. Härter ließ sich weiter vom Jansenismus, einer römisch-katholischen Strömung, die das lutherische Prinzip „Sola Gratia” vertrat, inspirieren. Gleichzeitig wehrte er sich vehement gegen den Vorwurf der Katholisierung.
Das Straßburger Diakonissenhaus entstand 1842 zunächst durch die Anmietung eines Hauses. Bemerkenswert ist, dass dem Haus von Anfang an nicht Härter selbst, sondern eine Diakonisse vorstand, die aus dem Kreis der Diakonissen gewählt wurde. Härters Aufgabe war die seelsorgerliche Betreuung der Diakonissen.
Härter starb am 5. August 1874 in Straßburg.
KURZLESUNG
Wochenspruch:
Wem viel gegeben ist, bei dem wird man
viel suchen; und wem viel anvertraut ist,
von dem wird man um so mehr fordern. (Lk 12,48)


Lesung:
Lasst euch vom Geist erfüllen. Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. (Eph 5,18b-20)
RESPONSORIUM
Responsorium
GEBET
KYRIE - VATERUNSER
Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
ANBETUNG - ANGELUS
Wir loben Dich, Herr, und beten Dich an: Du bist die Liebe und trägst uns alle mit Deinem Erbarmen. Du hast uns berufen, Boten Deiner Liebe zu sein. Wir danken Dir für die Menschen, die Du uns zu Nächsten machst. Wir danken Dir für die Menschen, die Du uns anvertraut hast. Erhalte uns in ihrer Gemeinschaft, mache uns treu in unserem Dienst. Lass uns wach bleiben in der Liebe; hilf uns, dass wir die Leiden unserer Schwestern und Brüder erkennen; behüte uns vor der Kälte und Trägheit des Herzens, die Dein Erbarmen verleugnen. Du hast nicht Lust am Tode des Sünders. Du gibst Leben und rettest, was sterben will; mache uns zu Zeugen Deiner Barmherzigkeit. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.

STILLE (drei Glockenschläge)

Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.

STILLE (drei Glockenschläge)

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.

STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
SEGEN
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper

Anregungen, Fehler bitte an DrMartinus[at]tagzeitengebete[Punkt]de

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