Sonntag – 24. Mai 2026
PFINGSTSONNTAG
Die Kirche des Geistes
Sext / Mittagsgebet


Komm, Heil'ger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit Deiner Kraft!
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
nun hauch uns Gottes Odem ein.
Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt:
aus Dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.
Dich sendet Gottes Allmacht aus
im Feuer und in Sturmes Braus:
Du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.
Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in Deiner Kraft das Gute tut.
Die Macht des Bösen banne weit,
schenk Deinen Frieden allezeit;
erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.
Lass gläubig uns den Vater sehn,
Sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und Dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.
Den Vater auf dem ew'gen Thron
und seinen auferstandnen Sohn,
Dich, Odem Gottes, Heil'gen Geist,
auf ewig Erd und Himmel preist. Amen.


Psalm 150 VII
Lobt Gott in Seinem Heiligtum, *
lobt Ihn in der Feste Seiner Macht!
Lobt Ihn für Seine mächtigen Taten, *
lobt Ihn in Seiner großen Herrlichkeit!
Lobt Ihn mit dem Schall der Posaunen, *
lobt Ihn mit Psalter und Harfen!
Lobt Ihn mit Pauken und Reigen, *
lobt Ihn mit Saiten und Pfeifen!
Lobt Ihn mit klingenden Zimbeln, *
lobt Ihn mit klirrenden Zimbeln!+


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Nikolaus Selnecker * 6.12.1530 † 24.5.1591
Nikolaus Selnecker, der Sohn des Stadtschreibers und Notars Schellenecker, wurde am 6. Dezember 1530 in Hersbruck geboren. Mit gerade einmal 12 Jahren offenbarte sich seine Musikalität, indem er als Organist in der Burgkapelle in Nürnberg angestellt wurde. Allerdings wandte er sich auf Wunsch seines Vaters dann der Theologie zu und absolvierte sein Studium ab 1550 bei Philipp Melanchthon in Wittenberg.
Nach seinem Examen 1554 blieb er zunächst als Lehrer und ab 1555 als Dekan an der Universität. Nach einer kurzen Zeit in Braunschweig wurde er 1557 auf Empfehlung Melanchthons als Hofprediger nach Dresden berufen. 1570 erwarb er die Doktorwürde an der Universität Wittenberg, nachdem er schon 1568 eine Professur an der Universität Leipzig übernommen hatte.
Nach dem Tod Luthers hatten sich in der lutherischen Kirche zwei Parteien gebildet: die Gnesiolutheraner und die Philippisten (nach Philipp Melanchthon). Jene lehnten jeglichen Versuch der Annäherung an die römisch-katholische Kirche ab, diese waren hingegen bereit, äußerliche Handlungen und Zeichen als ohne Konsequenz für das Seelenheil zu tolerieren, wodurch eine Annäherung an die römische Kirche möglich geworden wäre. Selnecker versuchte, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Sein Eintreten für die Einheit brachte ihm allerdings ein unstetes Leben ein. Er wurde zwar auf verschiedene einflussreiche Positionen berufen (z.B. in Hildesheim, Dresden, Jena und Leipzig), konnte dort aber wegen seiner Haltung zu diesen Fragen meist nur wenige Jahre bleiben.
Er wirkte an der Konkordienformel, die 1580 zu einem Ende der Anfeindungen führte, mit. Außerdem setzte er sich für das geistliche Singen ein und förderte, besonders nachdem er 1576 Pfarrer an der Thomaskirche geworden war, die Thomaner, wodurch ihr musikalischer Ruf begründet wurde.
Selnecker verfasste auch selber Texte und Melodien. Unter seinen 170 Schriften findet sich die „Historia Lutheri” (1575) und die „Historie der Augsburgischen Konfession” (1584). Das Lied „Lass mich dein sein und bleiben” (EG 157) kann als sein Credo in der Bedrängnis, die er von allen Seiten erlebte, angesehen werden. Zu dem Lied „Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ” (EG 246) steuerte er einige Strophen bei.Von den übrigen rd. 120 Liedern, die er gedichtet hatte, sind die meisten inzwischen nicht mehr in Gebrauch.
Die Anhänger Melanchthons (Philippisten) beschimpften ihn als „Wendehals”, die Gnesiolutheraner nannten ihn spöttisch „Schelmlecker”, und bei den Calvinisten galt er wegen seiner kleinen Gestalt als das „Lutheräffchen”.
Nikolaus Selnecker starb am 24. Mai 1592 in Leipzig und wurde in der Thomaskirche beigesetzt. Sein Grab ist noch heute dort zu sehen.
Es soll nicht durch Heer oder Kraft,
sondern durch meinen Geist geschehen,
spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4,6)
Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich Seines geliebten Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in Ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch Ihn und zu Ihm geschaffen. Und Er ist vor allem, und es besteht alles in Ihm. Und Er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass Er in allem der Erste sei. Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in Ihm wohnen zu lassen und durch Ihn alles zu versöhnen zu Ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem Er Frieden machte durch Sein Blut am Kreuz. (Kol 1,12-20)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Herr, Dein Thron ist
Glanz und Schönheit. Dein Walten ist die Herrlichkeit. Deine Liebe geht auf über uns wie die Sonne am Mittag. Der Friede des ewigen Tages ist um Dich wie ein Kleid. Klarheit und Stärke sind das Tun Deiner Hände und Güte der Atem Deines Mundes. Wir loben Dich, Gott. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, wollest Du uns gießen in Herz und Sinn. Aus des Engels Munde lass uns des inne werden, dass Dein Sohn Jesus Christus hat angenommen unser Fleisch und Blut, auf dass wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung gelangen. Durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
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