Sonntag – 17. Mai 2026
EXAUDI
Die wartende Gemeinde
Sext / Mittagsgebet


Komm, Heil'ger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit Deiner Kraft!
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
nun hauch uns Gottes Odem ein.
Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt:
aus Dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.
Dich sendet Gottes Allmacht aus
im Feuer und in Sturmes Braus:
Du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.
Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in Deiner Kraft das Gute tut.
Die Macht des Bösen banne weit,
schenk Deinen Frieden allezeit;
erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.
Lass gläubig uns den Vater sehn,
Sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und Dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.
Den Vater auf dem ew'gen Thron
und seinen auferstandnen Sohn,
Dich, Odem Gottes, Heil'gen Geist,
auf ewig Erd und Himmel preist. Amen.


Psalm 150 VII
Lobt Gott in Seinem Heiligtum, *
lobt Ihn in der Feste Seiner Macht!
Lobt Ihn für Seine mächtigen Taten, *
lobt Ihn in Seiner großen Herrlichkeit!
Lobt Ihn mit dem Schall der Posaunen, *
lobt Ihn mit Psalter und Harfen!
Lobt Ihn mit Pauken und Reigen, *
lobt Ihn mit Saiten und Pfeifen!
Lobt Ihn mit klingenden Zimbeln, *
lobt Ihn mit klirrenden Zimbeln!+


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Valerius Herberger * 21.4.1562 † 18.5.1627
Valerius Herberger wurde am 21. April 1562 im damals polnischen Fraustadt (Wschowa) geboren. Sein Vater war Kürschner, aber auch Sänger und Dichter. Schon früh erkannte er, dass Valerius zum Prediger geboren sei. Er begleitete seine ersten Schuljahre mit Freude an den Fortschritten und bemühte sich, das Geld für das Theologiestudium von dem recht geringen Einkommen abzuzweigen. 1571 starb der Vater, und das Geld für Valerius' Studium war schnell aufgebraucht.
Die Mutter heiratete erneut, um besser für die Kinder sorgen zu können. Der Stiefvater wollte von dem Plan, dass Valerius Theologie studierte, jedoch nichts wissen. Vielmehr wollte er, dass er Schuster würde. Der Pfarrer Arnold von Fraustadt ermutigte den jungen Mann jedoch, am Theologiestudium festzuhalten, und unterstützte ihn auf diesem Weg durch seelsorgerlichen Rat und auch in materieller Hinsicht.
Valerius absolvierte das Studium in Frankfurt/Oder und in Leipzig. 1584 wurde er in Fraustadt zunächst zum Lehrer berufen, dann zum Diakonus, das ist der zweite Prediger in Fraustadt. Schließlich wurde er 1598 zum ersten Prediger ernannt.
Sein Tageslauf war geprägt von Gebet und Bibelstudium. Er war ein bekannter und beliebter Prediger, der mehr Wert auf die innere Frömmigkeit als auf die Rechtgläubigkeit legte. In die Streitigkeiten zwischen den Konfessionen mischte er sich nicht ein, wiewohl er die verschiedenen Lehren durchaus kannte. Ihm lag daran, in Frieden mit seinen Mitmenschen zu leben.
Die Gegenreformation führte dann aber dazu, dass die Fraustädter 1604 die Pfarrkirche St. Marien an die kleine römisch-katholische Gemeinde abgeben mussten. Immerhin hatten die protestantischen Bürger aber das Recht errungen, ein eigenes Gotteshaus zu bauen. So entstand aus zwei Häusern eine Notkirche, der Herberger im ersten Gottesdienst am Heiligen Abend den Namen „Kripplein Jesu” verlieh.
Valerius Herberger erhielt mehrere Berufungen an andere Städte, die er alle abwies. Fraustadt war sein Acker, den er auch dann nicht verließ, als 1613 die Pest ausbrach. Er spendete den Kranken den Trost des Evangeliums und das Heilige Abendmahl. An die zweitausend Bürger begleitete er in dem Pestjahr zur letzten Ruhe. Aus dieser Zeit ist uns das Lied „Valet will ich dir geben” (EG 523) überliefert, das Herberger an jedem Grab sang.
Er veröffentlichte auch mehrere Erbauungsschriften und erhielt den Beinamen „Kleiner Luther”. 1627 erlitt er einen Schlaganfall und war fortan ans Bett gefesselt. Er starb am Dienstag nach dem Sonntag Exaudi, dem 18. Mai 1627, in Fraustadt.
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12,32)
Wenn dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?« Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! (1. Kor 15,54-57)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Allmächtiger Gott, Du Vater des Lebens. Wir preisen Dich: Du hast Deinen Sohn Jesus Christus der ganzen Welt zum Trost gegeben. Du hast ihn zur Verherrlichung Deines Namens aus dem Grab hervorgeführt und ihn zum Fürsten des Lebens gemacht. Wir bringen Dir mit fröhlichem Herzen unsere Anbetung und unsern Dank. Schenke uns Anteil an seinem österlichen Sieg. Erfülle uns mit seinem Geist, dass wir hinfort ihm leben, der für uns auferstanden ist. In der Kraft seiner Auferstehung lasse die Schrecken des Todes überwunden sein. Lasse uns getrost der Stunde harren, da Deine Stimme auch uns rufen wird zur Auferstehung des Lebens. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, wollest Du uns gießen in Herz und Sinn. Aus des Engels Munde lass uns des inne werden, dass Dein Sohn Jesus Christus hat angenommen unser Fleisch und Blut, auf dass wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung gelangen. Durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
Anregungen, Fehler bitte an Martin(Punkt)Senftleben(at)michaelsbruderschaft(Punkt)de
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