Dienstag – 7. April 2026
OSTERFEST
Die Gegenwart des Auferstandenen
Sext / Mittagsgebet
Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Wahrhaft, dies ist der Tag des Herrn,
Verklärt von Gottes heil'gem Licht,
der Tag, an dem die Schuld der Welt
durch Jesu Blut wird ausgelöscht.
Verlorene lässt dieser Tag
das Licht der Hoffnung wieder sehn.
Wer ist nicht von der Angst erlöst,
wenn selbst der Schächer Gnade fand?
Er, dessen Schuld den Tod verdient',
gab sich in Christi Hand und lebt.
Welch ein Gericht vollzieht sich hier,
welch ein Geheimnis tut sich kund!
Was könnte wunderbarer sein,
als dass aus Schuld nun Gnade wird,
dass Liebe von der Furcht befreit,
und Tod das neue Leben schenkt?
Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,
der aus dem Grabe auferstand,
dem Vater und dem Geist zugleich
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen


Psalm 9 A VIII
Danken will ich Dir, Herr, von ganzem Herzen, *
erzählen will ich von all Deinen Wundern.
Ich will Deiner mich freuen und jauchzen, *
will Deinem Namen singen, du Höchster.
Denn zurückgewichen sind meine Feinde, *
sie fallen und vergehen vor Deinem Antlitz.
Ja, Du hast mir Recht verschafft und meinen Streit geführt,*
Du hast Dich auf den Thron gesetzt – ein gerechter Richter.
Der Herr bleibt ewig, *
zum Gericht ist aufgestellt Sein Thron.
Er richtet den Erdkreis mit Gerechtigkeit, *
spricht den Völkern gerechtes Urteil.
Der Herr wird dem Bedrückten zur Burg, *
eine Burg zur Zeit der Bedrängnis.
Auf Dich vertrauen, die Deinen Namen kennen, *
denn Du, Herr,verlässt nicht, die Dich suchen.
Singt dem Herrn, der auf dem Zion wohnt, *
tut kund unter den Völkern Seine Taten!
Denn der die Blutschuld rächt, denkt an sie, *
Er vergisst nicht das Schreien der Armen. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Johann Hinrich Wichern * 21.4.1808 † 7.4.1881
Johann Hinrich Wichern stammte aus einer einfachen Familie und wurde als ältestes von acht Kindern 1808 in Hamburg geboren. Sein Vater war Fuhrmann, arbeitete sich aber zum vereidigten Übersetzer hoch. Johann Hinrich besuchte eine an der Pädagogik Pestalozzis ausgerichtete Privatschule und studierte dann in Göttingen und Berlin Theologie. Hier kam er mit Neander und Goßner zusammen und war Mitarbeiter bei Hans Ernst von Kottwitz. Nach seinem Examen arbeitete er als Leiter an der Sonntagsschule des Hamburger Pfarrers Rautenberg. Bei einem Jahresfest der Sonntagsschule sprach Wichern so geisterfüllt über diese Arbeit, dass sich Amalie Sieveking und Wicherns spätere Frau Amanda Böhme als Lehrerinnen zur Verfügung stellten. Der Syndikus Karl Sieveking, ein Verwandter Amalies bot Wichern das ‚ruge huus’ in Horn als Standort für ein geplantes Rettungshaus an. Auf einer Gründungsversammlung 1833 schilderte Wichern die schlimmen Verhältnisse in den Hamburger Armenvierteln und stellte den Plan einer Rettungsanstalt, bestehend aus mehreren Familienhäusern und einem zentralen Bethaus, vor. Binnen zwei Monaten wurden 6.500 Mark für das Projekt zugesagt. Am 31. Oktober 1833 begann Wichern die Arbeit im ‚Rauhen Haus’. Ein Haus nach dem anderen wurde gebaut, 1839 konnte das Bethaus errichtet werden, 1842 entstanden die Druckerei und der Verlag ‚Agentur des Rauhen Hauses’. Nachdem Wichern feststellte, dass es an einer geeigneten Ausbildung für die erforderlichen Helfer fehlte, setzte er gegen den Widerstand des Verwaltungsrates 1846 die Errichtung eines Brüderhauses durch. Hier wurden junge Menschen praktisch und theoretisch ausgebildet. Aus der Ausbildung ist die Diakonenausbildung der Fachhochschule Rauhes Haus entstanden. In seiner Arbeit wurde Wichern auch deutlich, dass in ganz Deutschland Werke der rettenden Liebe erforderlich wären und er verwandte ab 1842 für diese Aufgabe den Begriff ‚Innere Mission’. Auf dem ersten deutschen Kirchentag zu Wittenberg 1848 hielt Wichern zur Eröffnung am 22. September eine ungeplante Rede, die so überzeugend war, dass der Kirchentag die Einsetzung eines Zentralausschusses der Inneren Mission beschloß und in allen deutschen Ländern binnen kurzer Zeit Vereine für Innere Mission gegründet wurden. Zwischen 1829 und 1855 entstanden über 100 Rettungshäuser in den deutschen Staaten. Friedrich Wilhelm IV. rief Wichern nach Berlin, das Gefängniswesen neu zu ordnen. 1857 siedelte er deshalb nach Berlin über. Seine Gefängnisreform konnte Wichern gegen die Bürokratie nicht durchsetzen, er gründete aber - geradezu nebenher - das Berliner Johannesstift und die Felddiakonie, die sich in den Kriegen (1864/1867und 1870) bewährte. 1866 erlitt er einen Schlaganfall, versuchte aber weiter, sein immenses Arbeitspensum zu bewältigen. 1872 ging er aus Berlin zurück in das Rauhe Haus. Nachdem er bereits 1873 die Leitung an seinen Sohn Johannes übergeben hatte, erlitt er 1874 einen weiteren Schlaganfall und bat um seine Entlassung aus den preußischen Ämtern. Eine voranschreitende Lähmung befiel ihn und die letzten sieben Jahre seines Lebens waren eine schwere Leidenszeit. Er starb am 7. April 1881 in Hamburg.
Albrecht Dürer * 21.3.1471 † 6.4.1528
Albrecht Dürer wurde in Nürnberg geboren. Nur zwei seiner 18 Geschwister überlebten die Kindheit. Er besuchte die Schule und wurde dann von seinem Vater mit 13 Jahren in die Goldschmiedelehre genommen. Ab 1486 ging er bei dem Maler Michael Wolgemut in die Lehre. 1494 heiratete er Agnes Frey. Die Ehe blieb kinderlos. Dürer reiste nach Italien, um sich von den dortigen Künstlern inspirieren zu lassen, 1497 machte er sich selbstständig und konnte ab 1503 eine eigene Werkstatt in Nürnberg betreiben. Auf die Frage, wozu die darstellende Kunst gut sei, soll er geantwortet haben: sie kann das Leiden Christi vergegenwärtigen. Er setzte sich in seinem künstlerischen Schaffen vielfach mit biblischen Inhalten auseinander. Im katholischen Glauben groß geworden, erkannte er in den Predigten Martin Luthers das lautere Evangelium. Er hoffte auf eine Erneuerung der Kirche, weswegen er nicht zum Protestantismus übertrat. Viele seiner Werke sind uns erhalten und zeugen von einem tiefen Glauben genauso wie von seiner künstlerischen Fertigkeit. Mit dem großen Apostelbild, das er dem Rat der Stadt Nürnberg vermachte, forderte er diesen auf, das Evangelium zur alleinigen Richtschnur seines Handelns zu machen. Er starb am 6. April 1528 und wurde am folgenden Tag auf dem St.-Johannis-Friedhof in Nürnberg beigesetzt.
Christus spricht: Ich war tot,
und siehe, ich bin lebendig
von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes
und der Hölle. (Offb 1,18)
zum Tag des Johann Hinrich Wichern:
Hat jemand ein Amt, so versehe er dies Amt. Ist jemand Lehrer, so lehre er. Hat jemand die Gabe, zu ermahnen und zu trösten, so ermahne und tröste er. Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn. Wer leitet, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude. Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. (Röm 12, 7-13)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Allmächtiger Gott, Du Vater des Lebens. Wir preisen Dich: Du hast Deinen Sohn Jesus Christus der ganzen Welt zum Trost gegeben. Du hast ihn zur Verherrlichung Deines Namens aus dem Grab hervorgeführt und ihn zum Fürsten des Lebens gemacht. Wir bringen Dir mit fröhlichem Herzen unsere Anbetung und unsern Dank. Schenke uns Anteil an seinem österlichen Sieg. Erfülle uns mit seinem Geist, dass wir hinfort ihm leben, der für uns auferstanden ist. In der Kraft seiner Auferstehung lasse die Schrecken des Todes überwunden sein. Lasse uns getrost der Stunde harren, da Deine Stimme auch uns rufen wird zur Auferstehung des Lebens. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
Anregungen, Fehler bitte an Martin(Punkt)Senftleben(at)michaelsbruderschaft(Punkt)de
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