Donnerstag – 15. Januar 2026
1. SONNTAG NACH EPIPHANIAS
Taufe Jesu
Sext / Mittagsgebet
Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Des Vaters eingeborner Sohn
kommt aus der Jungfrau in die Welt,
im Bad der Taufe heiligt Er,
die sich Ihm gläubig anvertraun.
Vom Himmel kommt der Höchste selbst,
erscheint in menschlicher Gestalt;
dem Tode liefert der sich aus,
der uns das ew'ge Leben schenkt.
Das Lamm, das alle Sünde tilgt,
Johannes taucht es in die Flut.
Der ohne allen Makel ist, der Reinste,
teilt der Sünder Los.
Des Vaters Stimme offenbart
im Knecht den vielgeliebten Sohn.
Der Geist verleiht Ihm Macht und Amt,
das aufgetragne Werk zu tun.
Erlöser, Herr, wir bitten Dich:
Vertreib das Dunkel, tilg die Schuld,
mach gnädig unsre Herzen hell
mit Deiner Gottheit klarem Licht.
Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,
der heute uns erschienen ist,
dem Vater, der den Sohn bezeugt
und Ihn mit Seinem Geiste salbt. Amen.


Psalm 111 VIII
Danken will ich dem Herrn von ganzem Herzen *
im Kreis der Getreuen, in der Gemeinde.
Groß sind die Taten des Herrn, *
allen erfahrbar, die sich daran freun.
Hoheit und Pracht ist Sein Tun, *
Seine Gerechtigkeit besteht auf ewig.
Er hat ein Gedächtnis gestiftet Seiner Wunder, *
gnädig und barmherzig ist der Herr.
Speise gab Er denen, die Ihn fürchten, *
Er gedenkt Seines Bundes auf ewig.
Die Macht Seiner Taten machte Er kund Seinem Volk, *
ihnen zu geben das Erbe der Heiden.
Die Werke Seiner Hände sind Treue und Recht, *
verlässlich sind all Seine Gebote,
sie stehen fest für immer und ewig, *
geschaffen in Treue und Redlichkeit.
Erlösung sandte Er Seinem Volk, / Er hat Seinen Bund bestimmt auf ewig. *
Heilig und furchtgebietend ist Sein Name.
Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit, / einsichtig sind alle, die danach tun. *
Sein Ruhm bleibt bestehen für immer. +

Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Traugott Hahn * 1.2.1875 † 14.1.1919
Traugott Hahn wurde 1875 in Livland geboren. Sein Vater war Pfarrer, sein Großvater war Missionar bei den Hereros gewesen. Von seinen gläubigen Eltern christlich erzogen, besuchte Traugott die deutsche Schule in St. Petersburg und studierte Theologie in Dorpat und Göttingen. 1900 brach er seine wissenschaftliche Arbeit in Göttingen ab, um seinen erkrankten Vater als Hilfsprediger zu unterstützen. 1902 wurde er - gegen den starken Widerstand antideutscher Kreise - Universitätspastor und Professor in Dorpat. Einen Ruf nach Deutschland lehnte er ab, er wollte im Baltikum dienen. 1915 wurde er aus Livland ausgewiesen und musste nach Russland gehen. Auf Drängen seiner Studenten konnte er aber zurückkehren. Nach der deutschen Besetzung im Februar 1918 fielen die Bolschewiken im Dezember 1918 in das Baltikum ein. Hahn blieb in Dorpat und hielt weiter Gottesdienste und stand der Gemeinde, wo immer es nötig war, als Seelsorger bei. Am 29. Dezember 1918 wurden die Kirchen beschlagnahmt und Gottesdienste verboten. Hahn feierte mit seiner Gemeinde weiter in den Häusern Gottesdienste. Am 3. Januar wurde er verhaftet und mit zahlreichen anderen Gefangenen, unter ihnen drei orhodoxen Geistlichen, den Priestern Beschanizki und Bleive sowie dem Bischof Platon, in einem engen Raum eingepfercht. Als estländische Truppen am 14. Januar 1919 in Dorpat einrückten, konnten sie über 300 Gefangene befreien. 23 Gefangene waren von den Bolschewiken vor ihrer Flucht erschossen worden, unter ihnen Traugott Hahn und die drei orthodoxen Geistlichen. Über lange Zeit wurde in der Entschlafenskathedrale von Tartu (Dorpat) Jahr für Jahr ein Gedenkgottesdienst für die vier Geistlichen gefeiert. Auf dem großen Friedhof in Riga wurde ein Märtyrerstein errichtet, auf dem unter anderen auch der Name Traugott Hahns eingemeißelt war. Nachdem der Stein nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, wurde er 2006 neu errichtet.
Welche der Geist Gottes treibt,
die sind Gottes Kinder. (Röm 8,14)
Jesus {redete abermals zum Volk und} sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer Mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Herr, wir danken Dir für die Macht Deiner Offenbarung. Du sammelst Dein Volk aus aller Welt Enden. Du kommst zu allen Zeiten und bist König und Herr. Du brichst allen Widerstand und baust Deine Kirche. Herr, wir bitten Dich: Lass Deine ganze Christenheit vereinigt werden; bringe zusammen, die Du gerufen und Dir erwählt hast; zerbrich die Mauern, die uns trennen, und wehre allen, die Unfrieden stiften. Herr, wir bitten Dich: Lass vereinigt werden alle, die Dich anbeten, den einen Gott. Herr, wir bitten Dich: Es komme der Tag, da eine Herde und ein Hirte ist. Du tust Wunder und richtest alles zu Deinen Zielen aus. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
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Vesper
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