Freitag – 9. Januar 2026
EPIPHANIAS
Die Herrlichkeit Christi
Sext / Mittagsgebet
Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Ihr alle, die ihr Christus sucht,
erhebt zum Himmel euren Blick,
da geht vor euren Augen auf
das Zeichen ew'ger Herrlichkeit:
Ein Stern, der selbst den Sonnenball
an Pracht und Feuer überstrahlt,
verkündet heute aller Welt,
dass Gott im Fleisch erschienen ist.
Und Weise, fern im Orient,
wo aus der Nacht die Sonne steigt,
erkennen deutend das Gestirn
als königliches Sieges-Mal.
„Wer ist es”, fragen sie bestürzt,
„dem Licht und Sterne dienstbar sind,
dem sich der Himmel unterwirft,
der über die Gestirne herrscht?
Ein großes Leuchten schauen wir,
erhaben, weit und grenzenlos,
ein Strahlen, das kein Ende kennt
und älter als die Schöpfung ist.
Er ist es, aller Völker Herr,
der König über Judas Haus,
der Abraham verheißen ward
und allen, die ihm Söhne sind.”
Herr Jesus, Dir sei Ruhm und Preis,
der Du uns heut erschienen bist,
dem Vater und dem Geist zugleich
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.


Psalm 13 IV
Wie lange noch willst Du mich vergessen, Herr? *
wie lange noch verbirgst Du Dein Antlitz vor mir?
Wie lange noch muss ich mich sorgen in meiner Seele, / Kummer tragen in meinem Herzen Tag für Tag, *
wie lange noch erhebt sich über mich mein Feind?
Schau her, gib mir Antwort, Herr, mein Gott, *
erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tod entschlafe!
Dass mein Feind nicht sage: / „Ich hab ihn überwältigt”, *
meine Gegner sich nicht freuen, dass ich wanke.
Ich aber traue auf Deine Gnade, *
mein Herz freut sich Deiner Hilfe.
Dem Herrn will ich singen, *
denn Er hat mir Gutes getan! +

Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Jan Łaski (Johannes a Lasko) * 1499 † 8.1.1560
Johann Łaski wurde 1499 in Łask in Polen geboren. Schon in jungen Jahren erlangte er durch verwandtschaftliche Beziehungen hohe kirchliche Würden. Sein Onkel - der auch Jan Łaski hieß - war Erzbischof von Gnesen und prominenter Gegner der Reformation. Johann lernte auf Reisen nach Deutschland und in die Schweiz die Reformation näher kennen. Als ihn der polnische König zum Bischof ernennen wollte, sagte er sich von der katholischen Kirche los und ging nach Ostfriesland. Hier wirkte er bis 1548 als Reformator, wobei er besonders die Lehre Calvins vertrat. Das Interim zwang ihn zur Flucht nach England. Hier traf er auch mit Thomas Cranmer, dem Urheber des „Book of CVommon Prayer”, zusammen.
Als 1553 Maria die Blutige Königin wurde, musste Łaski mit 175 Mitgliedern seiner Gemeinde England verlassen. Die Flucht mitten im Winter wurde zu einer Irrfahrt, da Kopenhagen und andere lutherische Hafenstädte die Aufnahme der calvinistischen Flüchtlinge verweigerten. Schließlich fand Łaski in Emden eine neue Heimat für seine Gemeinde.Weitere evangelische Flüchtlinge aus den katholischen Niederlanden kamen nach Emden, das so zur Mutterkirche (Moederkerk) der niederländischen Protestanten wurde. Łaski wurde 1556 von Freunden nach Polen gerufen. Hier übersetzte er die Bibel in die polnische Sprache und versuchte zusammen mit Francesco Lismanini, die unter sich zerstrittenen kleinen protestantischen Kirchen zu vereinen und den König für die Protestanten zu gewinnen. Da aber weder die Lutheraner noch die Calvinisten noch die böhmischen Brüder bereit waren, aufeinander zuzugehen, scheiterten die Bemühungen. Die Reformation konnte sich dann letztlich in Polen nicht durchsetzen. Łaski starb nach langer Krankheit am 8. Januar 1560 in Pinczów.
Die Finsternis vergeht,
und das wahre Licht scheint schon. (1. Joh 2,8b)
Groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. (1. Tim 3,16)

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Gelobt seist Du, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Du hast Deine Verheißungen erfüllt und hast Deine Güte offenbart. Du lässt die Welt nicht versinken in der Finsternis des Irrtums und überlässt uns nicht dem Verderben der Sünde. Darum nimmt Deine Liebe irdische Gestalt an in Christus, Deinem Sohn, geboren von der Jungfrau Maria. Du, ewiger Gott, willst uns nicht ferne und fremd sein. Du wirst Mensch, damit wir göttlich würden. Das Licht Deines Kommens, das aufgestrahlt ist in der Mitte der Nacht, erleuchte unsere Seelen und erfülle uns mit Freude. Präge das Bild Deines Sohnes in unsere Herzen und Sinne. Kehre ein bei uns mit allen Deinen Wundern. Wandle uns durch die Macht Deiner Liebe. Wir beten Dich an:
Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da ist und der da war
und der da kommt.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE (drei Glockenschläge)
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE (drei Glockenschläge)
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE (drei Glockenschläge)
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Der Herr unser Gott sei uns freundlich
und fördere das Werk unserer Hände.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Vesper
Anregungen, Fehler bitte an Martin(Punkt)Senftleben(at)michaelsbruderschaft(Punkt)de
Startseite