Freitag – 6. November 2026
22. SONNTAG NACH TRINITATIS
In Gottes Schuld
Laudes / Morgengebet



Psalm 51 A IV
Gott, sei mir gnädig nach Deiner Güte, *
nach Deinem reichen Erbarmen tilge meine Sünden!
Wasche mich rein von meiner Schuld, *
und reinige mich von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine Missetat, *
und meine Sünde ist mir immer vor Augen.
An Dir allein hab ich gesündigt, *
und getan, was vor Dir böse ist.
So behältst Du recht in Deinem Urteil, *
und stehst lauter da, wenn Du richtest.
Siehe, zwar bin ich geboren in Schuld, *
in Sünde, seit mich die Mutter empfing.
Doch Dir gefällt Wahrheit im Verborgenen, *
und im Geheimen tust Du mir Weisheit kund.
Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein, *
wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!
Lass mich hören Freude und Wonne, *
die Glieder sich freun, die Du zerschlagen hast.
Verbirg Dein Antlitz vor meinen Sünden *
und tilge alle meine Schuld! +


Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.



Psalm 55 III
Vernimm, o Gott, mein Gebet, *
verbirg Dich nicht vor meinem Flehen.
Merk auf mich, gib mir Antwort, *
in meiner Klage irre ich umher.
Ich bin verstört vom Geschrei der Feinde, *
da der Frevler mich so bedrängt:
denn sie bringen Unheil über mich, *
befehden mich voller Grimm.
Mein Herz bebt in meiner Brust, *
Todesschrecken hat mich befallen.
Furcht und Zittern kommen mich an, *
Entsetzen umfängt mich.
Hätte ich Flügel wie Tauben, *
ich flöge davon, ließe mich nieder.
Weit fort möchte ich flüchten, *
möchte nächtigen in der Wüste.
Eilen möchte ich, mich zu bergen *
vor brausendem Wind, vor Sturm.


Abends, morgens und mittags *
will ich klagen und seufzen.
Er hört meine Stimme *
und bringt meinem Leben Heil.
Wirf deine Last auf den Herrn, *
Er wird dich versorgen.
Niemals lässt Er zu, *
dass ein Gerechter wankt. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.



Psalm 143 II
Herr, höre mein Beten, *
vernimm mein Flehen!
Gib mir Antwort in Deiner Treue, *
in Deiner Gerechtigkeit!
Geh nicht ins Gericht mit mir, *
keiner, der lebt, ist vor Dir gerecht.
Denn der Feind verfolgt mich, *
er tritt mein Leben zu Boden,
lässt mich wohnen in Finsternis *
gleich denen, die tot sind für ewig.
Und mein Geist verzagt in mir, *
das Herz erstarrt mir in der Brust.
Ich gedenke der Tage von einst, / sinne nach über all Deine Taten, *
das Werk Deiner Hände will ich erwägen.
Ich breite zu Dir meine Hände aus, *
meine Seele dürstet nach Dir wie dürres Land. (+)
Herr, antworte mir bald, *
mein Geist hat sich verzehrt.
Verbirg nicht vor mir Dein Angesicht, *
sonst gleiche ich denen, die in die Grube fahrn.
Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, *
denn auf Dich setze ich mein Vertrauen.
Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; *
denn zu Dir erhebe ich meine Seele.
Rette mich, Herr, vor meinen Feinden, *
zu Dir nehme ich meine Zuflucht.
Um Deines Namens willen, Herr, gib mir Leben,*
in Deiner Gerechtigkeit führ mich aus der Not.
Lehre mich tun nach Deinem Willen, *
denn Du bist mein Gott;
Dein guter Geist möge mich leiten *
auf ebenem Land. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

(Mt 26,20-25)Und am Abend setzte Jesus {Er} Sich zu Tisch mit den Zwölfen. Und als sie aßen, sprach Er: Wahrlich, Ich sage euch: Einer unter euch wird Mich verraten. Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln zu Ihm zu sagen: Herr, bin ich's? Er antwortete und sprach: Der die Hand mit Mir in die Schüssel taucht, der wird Mich verraten. Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von Ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der Ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. (Mt 26,20-25)


Nun lass uns neu beginnen, Herr,
an diesem Tag, der vor uns liegt.
Gib uns den Mut, dass unverzagt
wir Dich bezeugen in der Welt.
Wenn wir als Toren vor der Welt
im Zeichen Deines Kreuzes stehn,
hilf uns erkennen, Jesus Christ,
dass wir Dir folgen auf dem Weg.
Schenk uns den Glauben, dass Du wirkst
in unsrer Schwachheit, unsrer Not,
gib, Vater, uns im Sohn den Geist
und neue Hoffnung auf Dein Reich. Amen.
Ꝟ Fülle uns früh mit deiner Gnade,
℞ so wollen wir rühmen und fröhlich sein.


Benedictus VI
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn Er hat besucht und erlöst Sein Volk
und hat uns erweckt eine Macht des Heiles *
im Hause Seines Dieners David;
wie Er geredet hat von Ewigkeit her *
durch den Mund Seiner heiligen Propheten,
uns zu erretten von unsern Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;
Sich unsrer Väter zu erbarmen, / zu gedenken Seines heiligen Bundes, *
des Eides, geschworen unserm Vater Abraham;
uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, *
Ihm dienen ohne Furcht
in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor Seinen Augen unser Leben lang.
Und du, Kind, wirst genannt „Prophet des Höchsten”, / denn du wirst dem Herrn vorangehn, *
zu bereiten Seinen Weg,
Seinem Volk zu bringen Erkenntnis des Heils *
in der Vergebung ihrer Sünden;
durch das herzliche Erbarmen unseres Gottes *
besucht uns das aufgehende Licht aus der Höhe,
denen zu leuchten, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, *
und unsre Füße zu richten auf den Weg des Friedens. +


Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Kyrie eleison.
Christe eleison. Kyrie eleison.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name . . .
Zu Dir, Christus, der Du gestorben bist, um uns von der Macht des Bösen zu erlösen, zu Dir, der bis zuletzt Trauernde getröstet hat, rufen wir:
Du hast den bitteren Tod am Kreuz auf Dich genommen. Gedenke unser in Deinem Reich. Wende unser Geschick, die wir durch unsere Eigensucht von Gott getrennt sind, und öffne uns die Tür zum Vater. Wir rufen:
Herr, erbarme Dich.
Wo wir zu versagen drohen, sieh uns an, dass wir Dich nicht verleugnen. Wer ein Kreuz zu tragen hat, den lass erkennen, dass es zum Heile dient. Wir rufen:
Herr, erbarme Dich.
Wandle das Weinen der Niedergeschlagenen in Zuversicht; gib den Leidenden Geduld und Kraft. Die Vertriebenen, Verbannten und Geflohenen lass in ihre Heimat zurückkehren. Wir rufen:
Herr, erbarme Dich.
Höre das Seufzen der Sterbenden, schenke ihnen die Erfahrung deiner Nähe in ihrer letzten Stunde, dass sie ihren Geist in Gottes Hand befehlen. Die als Märtyrer Dir treu sind bis in den Tod, lass die Krone des Lebens empfangen. Wir rufen:
Herr, erbarme Dich.
Stilles Gebet
Gott der Treue und allen Trostes. Oft verzagen wir und zweifeln an Deiner Güte. Wir warten auf Dein Handeln, anstatt selbst aktiv zu werden. Wir bitten Dich: Bewahre uns vor Bitterkeit und Trotz, vor Selbstgerechtigkeit und Verzweiflung. Christus hat für uns gelitten, er ging uns voran auf dem Weg zu Deiner Herrlichkeit. Hilf uns, dass wir mit ihm durch das Leid dieser Welt hindurch zu Dir gelangen, dem Gott der Treue und allen Trostes.
Amen.
Lasst uns den Herren preisen!
Gott sei ewig Dank.
Es segne und behüte uns Gott,
der Allmächtige und Barmherzige,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen.
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Sext
Vesper
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